Datenschutz: Whatsapp wird meist rechtswidrig genutzt

99 Prozent der deutschen Whatsapp-Nutzer verhielten sich “deliktisch”, weil sie dem Dienst Zugang zu den Daten ihrer Kontakte geben, sagt Thüringens Chef-Datenschützer Lutz Hasse. Whatsapp-Einsatz an Schulen unzulässig!

Quelle: Thüringens Datenschützer: Whatsapp wird meist rechtswidrig genutzt | heise online

Zweifelhafte Wege der Digitalisierung in unseren Schulen

rule-1752415_640Man könnte erwarten, dass in der Schule auch ein Grundwissen von Medienkompetenz vermittelt wird. Fehlanzeige, unsere Kinder lernen schon in der Grundschule wie Bilder aus dem Internet kopiert werden ohne je über Urheberrechte etwas gehört zu haben. In manchen Unterrichtsfächern ist die Aufgabe, Bilder aus dem Internet zu kopieren und sie in einem Dokument anzuordnen. Zweifelhaft wo dabei der Lerneffekt sein soll. Es soll ein Textverarbeitungsprogramm von den Schülern bedient werden, von dem sie keine Ahnung haben. Diese Schüler werden wohl kaum noch das Zehnfinger-Tastaturschreiben lernen, längst hat sich das Zweifingeradlersuchsystem durchgesetzt und die Kinder hacken auf dem Keyboard herum.

Im Gymnasium werden die Schüler dann gezwungen das teure Officepaket vom Mircosoft zu kaufen, wenn sie es nicht benutzen, droht ihnen nämlich eine Sechs in der Facharbeit. Dabei gibt es vergleichbare Programme, die im Open Source Bereich kostenlos zu haben sind. Anstatt den jugendlichen Alternativen zu gestatten, werden sie schon als Konsumenten der global Player erzogen und dies im staatlichen Auftrag.

Datenschutzverletzungen sind an der Tagesordnung. Der Messenger Whatsapp wird für den staatlichen Schulbetrieb missbräuchlich genutzt. Im Gymnasium Prenzlau wird dieses Programm, welches nicht einmal den Deutschen Datenschutzbestimmungen genügt, eingesetzt um die Schüler mit Informationen zu versorgen. So werden fotografierte Arbeitsblätter kurzfristig verschickt, die die Schüler dann teils mühsam entziffern müssen. Änderungen des Stundenplans werden gepostet. Da kommt es auch schon mal vor, dass die Klassenlehrerin einen Schüler gegen 23:00h an einen Termin am nächsten Tag erinnert.

Sogar eine schriftliche  Missbilligung (nach §3 Abs.1 und 2 EoMv) wurde vom Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium Eltern zugestellt, da sich angeblich der Schüler unsozial in der Whatsapp-Gruppe verhalten haben soll. Mit dieser Maßnahme wurde Whatsapp in den Status eines Überwachungsinstruments erhoben. Eine Prüfung, ob diese Aktion mit dem Schulgesetz konform geht, steht noch aus. Kennen diese ambitionierten Lehrer eigentlich nicht das Bundesdatenschutzgesetz? Wo bleibt bei den Kinder der besondere Schutz ihrer Privatsphäre?

human-1138004_640Es hat sich unter den Schülern ein Zwang eingestellt, Whatsapp benutzen zu müssen, um keine wichtigen schulischen Information zu versäumen. Lehrer, die sich nicht von den Schülern abgrenzen können, erhalten mit dieser App Einblicke in die Privatsphäre der Schüler. Aufgrund der fehlenden Medienkompetenz und der schwachen Position gegenüber den Lehrern, sind die Schüler genötigt  mitzuspielen. Schüler können nicht mehr abschalten, da sie befürchten relevante Information zu verpassen. Wo soll diese Situation hinführen? Werden unsere Kinder zu den Burnout-Patienten von Morgen mit diesen Methoden erzogen? Immer online zu sein, nicht mehr abschalten zu können, keine Möglichkeit der Abgrenzung zwischen Freizeit und Arbeitszeit. Wo sind die Eltern, die bei diesen Methoden aufstehen und sich melden?

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