Google als weiterer Seiteneinsteiger in unseren Schulen

Viele Eltern klagen über den Bildungsnotstand in unseren Schulen. Um dem Lehrermangel entgegen zu wirken, werden seit jüngster Zeit die sogenannten “Seiteneinsteiger” in den Schuldienst gestellt. Die Mindestanforderungen sind dabei recht fragwürdig und von der ordentlich ausgebildeten Lehrerschaft umstritten. Oft genügt schon ein abgebrochenes Mathematikstudium und Erfahrungen im Nachhilfeunterricht. Da werden Kulturmanager*innen auf Grundschulschüler losgelassen. Um das Schulfach Sport abzudecken, reicht die gute Absicht eine Übungsleiterlizenz anzustreben. Es gleicht einem Tierversuch und zeigt die Hilflosigkeit der Verantwortlichen.

Microsoft hat sich in den Klassenzimmern ja bereits über viele Jahre etabliert mit seinem teuren Office-Programmen, nun folgt Google als nächster Quereinsteiger. Die Schlagwörter: Digitalisierung und Fachkräftemangel sind die Eintrittskarte für das Klassenzimmer und Google. Es sollen Grundschüler mit 8 Jahren einen Mini-Computer programmieren lernen. Die ersten 2500 Einplatinen-Computer werden an 100 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern kostenlos bereitgestellt. Später sind Lizenzkosten für die Programme zu erwarten, die dann wohl von den Eltern getragen werden müssen.

Viele Lehrer sind heute schon mit der sachgerechten Bedienung von Smartboards überfordert, wie sollen diese Lehrer den Kindern das Programmieren beibringen? Wird es dann im zukünftigen Unterricht so sein, dass die Schüler dem Minicomputer das rhythmische blinken der Leuchtdioden beibringen und das Teil dann die wenigen Schritte im Sportunterricht zählen? In den Pausen wird natürlich mit dem modernden Smartphone gespielt und zu Hause geht es dann endlich an die Konsole oder an den Spiele-PC. Super! Das ganze Vorhaben wird staatlich gefördert und Google hebelt so den Lehrplan aus und erzieht seine nächsten Datenproduzent*innen und Datenkonsument*innen.

 

Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.

kompassWenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten. Wer erinnert sich nicht an diesen Sponti Spruch der 80er? Für alle die ihre Weltanschauung geändert haben, gibt es hier zwei Tipps für eine Orientierungshilfe für die bevorstehende Wahl.

Der Wahl-O-Mat ist das Frage-und-Antwort-Tool zur Bundestagswahl 2017. In 38 Thesen könnt Ihr Eure Antworten mit denen der aufgestellten Parteien vergleichen. Jetzt den Wahl-O-Mat spielen: https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2017/

Wer sich über die Kandidierenden, gerade auch in der Region ein Bild machen möchte, wird hier unterstützt: https://www.abgeordnetenwatch.de

 

Zweifelhafte Wege der Digitalisierung in unseren Schulen

rule-1752415_640Man könnte erwarten, dass in der Schule auch ein Grundwissen von Medienkompetenz vermittelt wird. Fehlanzeige, unsere Kinder lernen schon in der Grundschule wie Bilder aus dem Internet kopiert werden ohne je über Urheberrechte etwas gehört zu haben. In manchen Unterrichtsfächern ist die Aufgabe, Bilder aus dem Internet zu kopieren und sie in einem Dokument anzuordnen. Zweifelhaft wo dabei der Lerneffekt sein soll. Es soll ein Textverarbeitungsprogramm von den Schülern bedient werden, von dem sie keine Ahnung haben. Diese Schüler werden wohl kaum noch das Zehnfinger-Tastaturschreiben lernen, längst hat sich das Zweifingeradlersuchsystem durchgesetzt und die Kinder hacken auf dem Keyboard herum.

Im Gymnasium werden die Schüler dann gezwungen das teure Officepaket vom Mircosoft zu kaufen, wenn sie es nicht benutzen, droht ihnen nämlich eine Sechs in der Facharbeit. Dabei gibt es vergleichbare Programme, die im Open Source Bereich kostenlos zu haben sind. Anstatt den jugendlichen Alternativen zu gestatten, werden sie schon als Konsumenten der global Player erzogen und dies im staatlichen Auftrag.

Datenschutzverletzungen sind an der Tagesordnung. Der Messenger Whatsapp wird für den staatlichen Schulbetrieb missbräuchlich genutzt. Im Gymnasium Prenzlau wird dieses Programm, welches nicht einmal den Deutschen Datenschutzbestimmungen genügt, eingesetzt um die Schüler mit Informationen zu versorgen. So werden fotografierte Arbeitsblätter kurzfristig verschickt, die die Schüler dann teils mühsam entziffern müssen. Änderungen des Stundenplans werden gepostet. Da kommt es auch schon mal vor, dass die Klassenlehrerin einen Schüler gegen 23:00h an einen Termin am nächsten Tag erinnert.

Sogar eine schriftliche  Missbilligung (nach §3 Abs.1 und 2 EoMv) wurde vom Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium Eltern zugestellt, da sich angeblich der Schüler unsozial in der Whatsapp-Gruppe verhalten haben soll. Mit dieser Maßnahme wurde Whatsapp in den Status eines Überwachungsinstruments erhoben. Eine Prüfung, ob diese Aktion mit dem Schulgesetz konform geht, steht noch aus. Kennen diese ambitionierten Lehrer eigentlich nicht das Bundesdatenschutzgesetz? Wo bleibt bei den Kinder der besondere Schutz ihrer Privatsphäre?

human-1138004_640Es hat sich unter den Schülern ein Zwang eingestellt, Whatsapp benutzen zu müssen, um keine wichtigen schulischen Information zu versäumen. Lehrer, die sich nicht von den Schülern abgrenzen können, erhalten mit dieser App Einblicke in die Privatsphäre der Schüler. Aufgrund der fehlenden Medienkompetenz und der schwachen Position gegenüber den Lehrern, sind die Schüler genötigt  mitzuspielen. Schüler können nicht mehr abschalten, da sie befürchten relevante Information zu verpassen. Wo soll diese Situation hinführen? Werden unsere Kinder zu den Burnout-Patienten von Morgen mit diesen Methoden erzogen? Immer online zu sein, nicht mehr abschalten zu können, keine Möglichkeit der Abgrenzung zwischen Freizeit und Arbeitszeit. Wo sind die Eltern, die bei diesen Methoden aufstehen und sich melden?