Uckermärker Naturschutz-Appell vor der Spritzsaison 2018

Liebe Mitbewohner*innen, hier ist Eure Unterschrift gefragt!

Die Bürgerinitiative Eselshütt, die in der Uckermark gegen eine geplante Legehennenanlage kämpft, hat jetzt einen Appell an die Landwirte verfasst, der sie davon abbringen soll, immer weiter mit chemischen Giftstoffen ihre Felder zu besprühen (siehe Internetseite der BI). Wir bitten euch, diesen Appell selbst zu unterzeichnen und nach dem Schneeball-Prinzip auch möglichst weit (auch außerhalb der Uckermark) zu verbreiten (per E-Mail, Facebook etc.). Mitte April wollen wir den Appell dann mit möglichst vielen Unterschriften veröffentlichen, um zu zeigen, dass wir als Bürger nicht einverstanden sind mit der zerstörerischen Art der industriellen Landwirtschaft.
Es gib mehrere Möglichkeiten, wie ihr oder eure Freunde unterzeichnen könnt:
  1. auf der WebSite der BI Eselshütt: http://bi-eselshuett.de/brief-an-die-bauern/
  2. kurze E-Mail an info@forsthaus-metzelthin.de oder sybilla.keitelberlin.de
  3. Appell und Unterschriftenliste (siehe Anhang) ausdrucken und kräftig sammeln im Bekanntenkreis, Bioläden, Arztpraxen etc.
(Bitte schickt die unterschriebenen Listen bis zum 15. April an Forsthaus Metzelthin, Metzelthin 22, 17268 Templin.)
Wir freuen uns auf hunderte von Unterstützern, die sich der Uckermark verbunden fühlen
Sybilla Keitel & Gert Müller
im Namen der BI Eselshütt

Offener Brief an die Landwirte der Region

Am 14. März 2018 hat sich der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag mit einer Mehrheit von CDU, SPD, FDP und AfD entschieden, Neonicotinoide auf dem Acker weiter zu erlauben, obwohl die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt hat, dass von bestimmten Neonicotinoiden (Clothianidin, Imidacloprid und Thiomethoxam) große Gefahr ausgeht.
Neonicotinoide schädigen die Fruchtbarkeit und wirken als Nervengift. Bienen und Insekten verlieren die Orientierung und Lernfähigkeit. Sie sterben früher, wenn sie mit diesen Insektiziden in Kontakt kommen.

Gemäß Mitteilung des Pflanzenschutzdienstes Brandenburg vom 14. Juni 2017 darf das in Deutschland verbotene Insektizid „Lumiposa“ zur Beizung von Winterraps (Wirkstoff Cyantraniliprol) bei uns ausgebracht werden, wenn das Saatgut aus Polen importiert wird.
Der gegen den Rapserdfloh eingesetzte Wirkstoff Cyantraniliprol wirkt beim Heranwachsen in der gesamten Rapspflanze, von der Wurzel bis zu Pollen und Nektar. Geschädigt werden aber auch sogenannte „Nichtzielorganismen“, d.h. andere Ackerwildtiere. Für Bienen ist er hoch toxisch. mehr lesen und unterschreiben..

Quelle: Offener Brief | BI Eselshütt

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Mein Landleben & anderes (13)

Ideen spalten, hydraulisch

Ich stehe gerade an meinem Holzspalter. Auf der Werkbank, ein paar Schritte entfernt, liegt ein Notizblock. Nach jedem gespaltenen Kloben – manchmal auch mittendrin – ziehe ich meine Handschuhe aus, gehe zu dem Block und notiere mir einige Zeilen. Dann wieder Handschuhe an, den nächsten Kloben raufwuchten und spalten. Das ist mein Alltag.

Wie es dazu kam? Jeder, der schon mal versucht hat, Geschichten zu schreiben, weiß, dass einige begünstigende Faktoren zusammenkommen müssen. Zumindest, um gute Geschichten zu schreiben. Ich will hier niemanden langweilen, aber ein für mich wichtiger Faktor ist: Ruhe. Auch wenn Charles Bukowski mal gesagt haben soll, dass diese Vorstellung „shit“ ist und dass in Ruhe noch nie ein Meisterwerk entstanden ist. Vielleicht hatte er Recht für seine Person und wir sind vom Temperament sehr unterschiedlich. Und ob das Entstandene ein Meisterwerk ist, entscheiden meist doch andere Personen. Oft auch erst nach dem Ableben des Künstlers. Bei Charles und mir ist das anders. Aber wie dem auch sei, vielleicht ist „innere Stille“ ein treffender Begriff für den Zustand, den ich meine. Und den erreiche ich nicht, wenn ich von meiner Frau Luise ständig über ihre Alltagsverrichtungen informiert werde. Zum Beispiel macht sie das Bad mal von Grund auf sauber. Dabei sortiert sie aus. Alte Tablettenpackungen, überlagerte Crémes, nicht mehr funktionierende Moorschlammwärmflaschen und vieles mehr. Bei jedem Ding fragt sie mich, ob ich das noch behalten will. Das ist schon richtig, wir sind da sehr rücksichtsvoll miteinander. Aber wenn ich schreibe, dann  s c h r e i b e  ich! Was sowieso schon schwer ist in einem Durchgangszimmer, was mir als Arbeitszimmer dient. Alles geht durch dieses Zimmer und meinen Kopf, nur bleibt es nicht dort für eine Geschichte. Ich fühlte mich wie eine Durchgangsstation, bis sich unbeabsichtigt eine Lösung fand.

Irgendwann bemerkte ich, dass die meisten Geschichten beim Holzspalten in meinem Kopf entstehen. Warum das so ist? Nun, es ist eine langwierige Arbeit, da der Berg von Holzkloben, welcher im jahreszeitlichen Rhythmus unseren Hof füllt, groß ist. Außerdem bin ich allein bei dieser Arbeit, muss also mit niemandem reden. Würde auch gar nicht möglich sein, weil der Spalter zu viel Lärm macht. Ja, ich arbeite mit einem hydraulischen Gerät. Unser Ofen frisst Scheite bis 70 Zentimeter Länge. Körperkraft ist also mit einem Spalter nur zum Hochheben der Kloben nötig, ansonsten brauche ich vor allem Konzentration. Solches Arbeiten ist meditativ, kann ich Ihnen sagen. Ja, und dabei entstehen Geschichten. Also zuerst erscheinen nur Ideen in meinem Kopf, sehr grob wie diese Kloben. Wie das dann weiter geht, weiß ich nicht so genau. Aber ich habe folgende Vermutung: Die groben Ideen spaltet mein Denken in kleinere Teile, handlich in verschiedener Größe. Alle sind vom selben Material, also dem des Ursprungs-Ideen-Klotzes. Manchmal stammen sie auch vom vorherigen, dann war es wohl derselbe Baumstamm. So liegt dann eine Unzahl an Stücken vor mir (ach, frisch gespaltene Eiche duftet so herrlich). Die ich sortieren muss, dass eine echte Geschichte daraus wird. Das ist dann das Stapeln.

Als ich Luise davon das erste Mal begeistert erzähle, unterbricht sie mich, weil Berichte von meinen handwerklichen Tätigkeiten sie langweilen. Anders ist es mit Geschichten: „Wie hast du das denn früher gemacht, in der Stadt?“ Dazu muss ich kurz erwähnen, dass wir noch nicht lange verheiratet sind. Ich bin irritiert: „Da hatte ich doch keinen Holzofen, kein Holz und keinen Spalter.“ Sie schaut entrüstet: „Mann, das mit den Texten!“ In meinem Kopf spult die Zeit rückwärts. Grässliche Erinnerungen kommen hoch und ich stöhne: „Das willst du nicht wissen.“ Doch sie will. Also erzähle ich ihr, wie ich mit Mitte zwanzig Autor werden wollte. Welch ein Traum! Ich hatte zu der Zeit schon eine Menge Künstlerbiographien gelesen. Zumeist hatten diese Menschen in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts ihre kreative Zeit gehabt und viele wurde später von der Kunst- und Literaturgeschichte dem Expressionismus zugeordnet. Was waren das für Lebens- und Leidenswege! Also diese Literaten und bildenden Künstler waren in ihren Werken so kraftvoll, wie ich auch sein wollte. Dafür taten sie viel. In meiner Vorstellung unterteilte ich sie in zwei Typen: Die einen hatten ständig Gleichgesinnte und Anhänger um sich. Sie waren lautstark, feierten Partys, hatten jede Menge Sex, experimentierten mit Drogen und Alkohol soffen sie sowieso. Ihre Texte hatten etwas spontanes. Die anderen schrieben ihre Texte voller Tiefgang in dunklen Löchern, waren depressiv, arm und kauften den billigsten Fusel. Da ich schüchtern war, kaum Geld hatte, keine Groupies und auch sonst niemanden für Sex, blieb nur die zweite Variante. Es war anstrengend und einsam, kann ich Ihnen versichern. Eine Flasche Whisky, ein Vorrat an Tabak. Ansonsten in dem abgedunkelten und einzigen Raum meiner Wohnung nur meine mechanische Schreibmaschine und ich. Das sollte reichen, ging aber nicht gut. Mir ging es gar nicht gut und die Texte waren einfach nur schlecht.

Luise streicht mir über den Kopf: „Diese schlimme Zeit hast du ja jetzt hinter dir.“ Ja, habe ich, ein großes Seufzen schüttelt mich noch heute. Mein Leben auf dem Lande ist viel gesünder. Ich habe eine schöne und kluge Frau, die wunderbar kocht und meinen Tabak versteckt. Die Notwendigkeit des Holzspaltens und die Lust des Schreibens sind eine natürliche Symbiose eingegangen, denn inzwischen sind alle freien Stellen auf unserem Hof mit Holzstapeln zugestellt. Ich habe die Gewerbegenehmigung für einen Holzhandel in der Tasche und Gerüchte gehört, dass ich für einen großen deutschen Buchpreis nominiert sein soll.

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Praxistipp, Holzhacken leichter gemacht

Eiskalt und trocken – Jetzt ist Zeit zum Brennholz machen.

Wer kennt das nicht? Beim Hacken eines einzelnen Holzklotzes muss man sich meist mehrmals bücken. Wir haben einen Tipp für Euch, den auch bestimmt Eure Krankenkassen gut finden, denn er ist rückenschonend. Wie das geht, zeigt hier das vierminütige Video. Viel Spaß beim Holzhacken. Entdeckt, getestet und nachgebaut von einem NeuUckermärker und Mitglied im UmSoNet. Wir danken Hans für seinen Beitrag.

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Keine Privilegierung der Windkraft

Liebe Uckermärker, liebe Landschafts- und Naturschützer, es wurde eine wichtige Bundes-Petition gestartet. Bitte helft mit, leitet den Aufruf an Eure Bekannten, Verwanden, Vereine, Parteien und vergesst nicht Eure Ehepartner.

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2017/_10/_04/Petition_74043.mitzeichnen.html

Achtung: Petition läuft nur einen Monat – bis 26.03.2018!!!

Mitzeichnen der Petition 74043

Raumordnung und Bauplanung – Abschaffung der bauplanerischen Privilegierung von Windkraftanlagen vom 04.10.2017

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge die Abschaffung der bauplanerischen Privilegierung von Windkraftanlagen (WKA) nach § 35 BauGB beschließen.

Begründung

Auf Grund der Privilegierung für den Bau von WKA (Windkraftanlage) nach § 35 BauGB hat jeder Bauherr in dieser Sache grundsätzlich erst einmal das „Recht“ eine Windkraftanlage zu bauen/errichten und zwar vor allen anderen Dingen, also privilegiert. Der Bau im ländlichen Raum, der ja eigentlich der Landwirtschaft vorbehalten ist wird damit zum Gewerbegebiet für den Windkraftausbau. Das Prüfungs- und Genehmigungsverfahren ist minimalistisch und eben durch das „Recht zum Bau“ schon vorweggenommen, es ist so gut wie gar nicht anfechtbar und mittlerweile stark standardisiert, es gibt dafür ein sogenanntes „vereinfachtes Verfahren“. Die Privilegierung für den Bau von WKA nach § 35 BauGB muss abgeschafft werden, damit dieser dann auch wie jeder andere „Bau“, wie jedes andere Industriegewerk eingereicht, geprüft, genehmigt und gebaut werden kann.Die beiden genannten „Abschaffungen“ gehören unmittelbar zusammen, denn die Windenergie mit hohem Tempo und Subventionen voranzutreiben, wenn der produzierte Strom nicht genutzt/abgenommen werden kann und dennoch bezahlt wird ist widersinnig und eine marktwirtschaftliche Wende in der Energiepolitik wäre ökologischer und ökonomischer. Dem Bäcker zahlt ja auch niemand die Brötchen, die er nicht verkaufen kann. Die Bürgerenergie neigt sich dem Ende zu, schon heute ist erkennbar, dass sich dahinter oft Konzerne verbergen. Es kann nicht im Sinne des Verbrauchers und wohl auch nicht im Sinne der Politik sein, dass sich Windkraftanlagenbetreiber, die oft auch die Planer sind oder eben gleich Konzerne unter dem Deckmantel der Energiewende die Taschen vollstopfen, indem diese die Subventionen kassieren. Der Stromkunde, der Bürger zahlt die Zeche und finanziert der Windbranche so sichere Kredite und schwarze Zahlen, das ist kein marktwirtschaftlicher Wettbewerb. Die Akzeptanz der Bevölkerung für den Bau von WKA wäre sicherlich größer, wenn dieser Energiewende-orientiert, nicht Windkraftbranchen-orientiert abliefe.

 

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Mein Landleben & anderes (12)

Grundkurs: Schafe halten

Wer auf’s Land zieht oder auf dem Land lebt, braucht unbedingt Tiere in seiner näheren Umgebung. Das versteht sich von selbst. Sonst hätte er ja auch in der Stadt bleiben können. Sicherlich gibt es auch in der Stadt Tiere. Doch schauen wir einmal hinter den Jubel, dass die Wildnis sich die Stadt zurückerobert, dann sehen wir zwei abstruse Entwicklungen. Die einstmals wilden Tieren wie Füchse und Tauben zeigen ein Verhalten, als wollten sie adoptiert werden. Die sogenannten Haustiere aber sind meist an ihr dort beschränktes Leben so gewöhnt, dass sie ihren Haltern nach einiger Zeit keine Freude mehr machen. Sie verlieren ihre Ursprünglichkeit, wegen der sie ja eigentlich mal erworben wurden. Die ihnen verordneten Namen, Einschleimbezeichnungen und auch überfüllte Tierheime sollten dafür als Beweise reichen.

Also zurück (oder voran) zum Landleben mit Tier. Man kann sich natürlich seinen neuen Wohnort danach aussuchen, ob Nachbarn Tiere besitzen. Eine weitere Variante wäre, nach einer ausgedehnten Kuhweide oder Pferdekoppel Ausschau zu halten, neben der man dann lebt. Wem das nicht reicht, der sucht einfach im örtlichen Telefonbuch nach einer industriellen Tieranlage. Da hat man mit einem Schlag einfach viel Tier in seiner Nähe. In der einschlägigen Ratgeberliteratur für Stadtaussteiger wird zwar von der Nachbarschaft zu Schweinemastanlagen, Legehennenbatterien und Milchverarbeitungsanlagen abgeraten. – Die Reizüberflutung für den Ex-Stadtbewohner wäre zu groß. Nicht, dass er daran nicht gewöhnt wäre. Aber Lärm und Geruch von Maschinen in der Stadt seien einfacher körperlich zu integrieren als von Lebewesen. Sollen Forscher herausgefunden haben. – Also ich denke, ein Herdenfan sollte das einfach mal ausprobieren. Sich für den Anfang in einer Ferienwohnung in der Umgebung einer solchen Anlage einmieten. Eventuell berauscht ihn der konzentrierte Geruch von Gülle so sehr, dass er demjenigen das Bedürfnis nach synthetischen Drogen aus seinem einstmals urbanen Umfeld ersetzt. Dann kann er zum Betreiber der Anlage wegen eines Jobs gehen. Schließlich hat er auf diese Weise sein Hobby zum Beruf gemacht.

Aber das sind alles nur schwache Versuche, sich ein neues Leben (und das soll es ja auf dem Land werden!) mit Tier oder Tieren einzurichten. Am besten ist also der lohnende Versuch, selbst welche zu besitzen. Ich rate da gern zu Schafen. Denn die sind Stadtbewohnern ähnlich: Sie haben hohe Ansprüche, können aber auch unter schwierigen Bedingungen überleben und finden zudem noch etwas Positives daran. Ja, auch Schafe haben eine Seele. Deshalb ist es wichtig, sich über die Wahl der Schafrasse, des einzelnen Charakters, der Anzahl der Tiere und des Lebensraums klar zu werden. Fährt man zu einem Schafhalter, sollte man vorher wissen, ob der Tiere verkaufen will. Ist dem eigentlich nicht so, ergibt sich ein Problem. Nein, nicht jenes, dass man mit leeren Händen zurückkommt, sondern mit leeren Taschen. Da das Geld, welches für den Hausbau oder -kauf geplant war, für einen unverschämten, aber selbst verschuldeten Handel draufgegangen ist. Also sollte man vorher im internationalen Netz recherchieren, Angebote einholen, Preise vergleichen, ausgiebig Kundenrezensionen lesen.

Die Wahl der Rasse ist einfach: Man entscheidet sich nach dem Aussehen. Schließlich wird man seine Schafe später tagtäglich vor Augen haben, also sollten sie schick sein. Das ist wie mit der eigenen Kleidung. Die Sache mit dem Charakter gestaltet sich schwieriger. Hat man den Schafverkäufer seiner Wahl gefunden, ist dort ausreichend Zeit vonnöten. Denn bekanntermaßen haben Schafe einen Tagesrhythmus, der aus 8 Stunden grasen, 8 Stunden wiederkäuen und 8 Stunden schlafen besteht. Ist man also zur falschen Zeit am richtigen Ort, hilft nur Geduld. Schließlich muss man das Wesen des Schafes lesen. Das ist schwierig, wenn sie gerade in einer Ecke herumlungern, an dem Besucher nicht interessiert sind und nur meditativ in die Ferne starren. Oder pennen. Sind sie auf der Weide unterwegs, bekommt man einen hervorragenden Einblick in ihre Eigenheiten, Schwächen und Stärken. Am besten folgt man ihnen dabei unbemerkt. Auf keinen Fall sollte man sich für sogenannte Grenzgänger entscheiden. Das sind Schafe, denen das Gras auf der anderen Seite des Zauns immer grüner und verlockender erscheint als auf der eigenen Weide. Sie versuchen mit allen Mitteln und Tricks dorthin zu gelangen. Nur wer sportliche Extremsituationen regelmäßig liebt, über zu viel Zeit verfügt oder seinen Vertrag im Fitnesscenter gerade gekündigt hat, sollte sich dieser Herausforderung stellen. Allzu ruhige und sich vereinzelnde Tiere sollte man auch nicht wählen. Wer will jeden Tag ein lethargisches und griesgrämig dreinblickendes Etwas vor sich haben? Gerade bei diesen langanhaltenden Schlechtwetterlagen in unserer Region ist Frohsinn nötig. Also Mut zum lustigen Schaf, sage ich nur. Es ist nicht einfach zu finden, aber die Anstrengung lohnt sich.

Die Größe der eigenen Herde sollte man nicht knausrig bemessen. Denn es leuchtet ja jedem sofort ein, dass mehr Schafe mehr Freude bereiten als wenige. Eine Faustregel besagt, die Menge der Schafe an der Anzahl von Familienmitgliedern plus gutwilligen Freunden auszurichten. Erstens hat man dann genug Namen, die zu vergeben sind und zweitens gibt es damit für jedes Schaf einen personalisierten Paten. Wenn also aus einem absurden und eher unwahrscheinlichen Grund eine Notsituation auftreten sollte, kann man die Verantwortung abgeben. Aber auch für weniger prekäre Situationen hat man damit immer eine schnelle Lösung an der Hand. Zum Beispiel sollten Schafe in erster Linie dekorativ an der richtigen Stelle stehen. Dafür sorgen dann die Paten, wenn die Tiere das noch nicht selbst können. Auch lässt es sich nicht umgehen, dass die Schafe mal den Weideort wechseln. Das bedeutet, jedes Tier benötigt einen helfenden Menschen, da Schafbeine relativ kurz sind. Also sollte man sich gleich zu Beginn der Schafsplanung mit einer ausreichenden Menge an Wochenend-Dörflern anfreunden, damit sie dies übernehmen. (Vom Versuch, Einheimische dafür zu begeistern, wird abgeraten.) Man tut diesen Menschen sogar einen Gefallen, wenn man ihnen solche Aufgaben übergibt. Sie werden begeistert sein, weil sie ja in ihrer knapp bemessenen Outdoorzeit das Abenteuer suchen. Das Thema der passenden Weide kann man getrost bis zum Eintreffen der Schafe hinausschieben. Eine grüne Fläche findet sich meist spontan. Entweder ist es der eigene Vorgarten, der umgenutzt wird. Oder der des Nachbarn. Beliebt sind auch gut gepflegte Dorfplätze und Baumschulen. Außerdem eignen sich nahegelegene Fußballstadien. Dabei ist zu beachten, dass man sich mit dem ortsansässigen Verein wegen der Nutzungszeiten abspricht, um den Schafen nicht übermäßigen Stress zuzumuten. Abzuklären ist auch, ob es sich bei der Fläche um Kunstrasen handelt. Davon raten viele Handbücher ab, da diese Art aufgenommenes Gras später als Schafskot nicht verwittert. Hat man viel Freizeit, kann man auch mit den Schafen herumziehen. Dazu, genau wie für die Themen niedliche Lämmchen, Fortpflanzung und Widder, gehören aber einige Fertigkeiten und eine Portion erweitertes Fachwissen, welche in einem Aufbaukurs vermittelt werden.

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Mein Freund der Baum ist ..

Unsere Strassenbäume retten!

Liebe Nachbarn von nah und fern, vielleicht weil ich Thüringerin bin, aber es geht sicher nicht nur mir so!

Ich will nicht weiter zusehen wie tolle, noch junge Straßen – und Alleebäume in meiner nächsten Umgebung und auch im größerem Umkreis
gefällt werden. Also habe ich mal nachgefragt. Ein sehr netter Mann vom Straßenamt erzählte mir, dass es wegen Sturmgefahr und jetzt auch Bodenerosion immer schlimmer wird.

Und auch immer strenger, da sie (also auch er) persönlich dafür haften, wenn ein Baum jemanden schädigt. Und zwar werden sie mit hohen Summen zur Kasse gebeten. In diesem Moment hatte ich Mitgefühl. Aber trotzdem frage ich mich, wir können riesengroße Windräder
hinstellen, zum Mond fliegen, aber nicht unsere schönen Bäume stabilisieren.

Uns fällt nur ein sie zu fällen?

Das kann doch nicht sein, daher meine Frage in die Weite, hat jemand ne Idee wie man das verhindern kann. Bei uns in Damme stehen an mindestens 4 Bäumen das rote böse F, sie sind gut aussehend ich würde sagen im besten Alter.

Mich würden sie dann auch fällen;-).

Am Montag gehe ins Amt Gramzow, aber eine Idee habe ich nicht, außer naiv nachzufragen.

Habt ihr Erfahrungen, Ideen….?

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Mein Landleben & anderes (11)

Raunächte oder Das Gewicht der Tage

Hat sich schon mal jemand körperlich mit diesem Wort beschäftigt? Raunächte. Wenn man dieses Wort durchkaut, seinem Klang nachlauscht und dann die einzelnen Buchstaben auf der sich zusammenziehenden Haut des Unterarms spürt, weiß man Bescheid. Raunächte. Das hat etwas Mystisches, wie eine Geistererscheinung. Raunächte. Aller Glauben unserer Altvorderen steigt in uns hoch. Auch solcher, von dem wir noch nie etwas gewusst haben und von dem wir nie etwas wissen wollten. Aber so ist das halt, niemand kann sich die Phantasien seiner Ahnen aussuchen.

An einem dieser Morgen nach einer solchen Nacht sitze ich in der Küche, schlürfe meinen Espresso und blättere in einigen Büchern. Schließlich war gerade Weihnachten. Luise kommt maulend herein und ich strahle sie mit meinem „Schatz-hast-du-gut-geschlafen“-Lächeln an. Meist hilft das, heute nicht, sie ignoriert mich: „So ein Mist, jetzt bin ich schon angezogen.“ Oh ja, das finde ich auch schade. So ein nacktes Weib am Morgen vertreibt schließlich alle Sorgen. Sage ich aber nicht laut, sondern vorsichtig: „Warum ist das denn so schlimm?“ „Ich wollte mich auf die Waage stellen.“ Ich ahne Dramatisches und beschwichtige cool: „He, für dein Alter siehst du richtig gut aus.“ Sie funkelt mich an: „Damit hat das nichts zu tun, du ahnungsloser Schleimer!“ Oh, das ist hart. In der Regel geht meine Trollfrau sehr liebevoll mit mir um, wenn wir allein sind. Ich richte mein geknicktes Ego innerlich wieder auf, verzeihe ihr wegen der Morgenstunde und wende ihr meine ganze Aufmerksamkeit zu: „Du hast Recht. Bitte erkläre mir das Problem.“ Sie setzt sich mit an den Küchentisch: „Na gut, aber nur, wenn Du es wirklich willst.“ Ich nicke eifrig.

Daraufhin erzählt sie mir sehr ausführlich, dass in den Schriften heilkundiger Frauen fortwährend davon die Rede ist, die Zeit bis Epiphanie nicht gering zu schätzen. Im Gegenteil, es sei der geeignete, nein, der notwendige Zeitpunkt, das Gewicht der Tage los zu werden. Mit hochgezogenen Augenbrauen, dazwischen zwei steile Falten, durchbohrt ihr Blick direkt mein naives Staunen. Ich verstehe und senke meinen Kopf. Verstohlen blicke ich an der kugeligen Wölbung meines Bauchs hinunter. Aber ich muss reagieren: „Und wie wär’s, wenn du dich einfach jetzt so auf die Waage stellst. Dann ziehen wir das Gewicht deiner Hose und deines Pullovers ab, und schon weißt du Bescheid.“ Oh, ich hätte nichts sagen sollen, einfach nur staunen, mehr nicht. Ihre Gesichtszüge verhärten sich, dann lockern sie sprunghaft wieder auf und sie beginnt zu lachen. Währenddessen steht sie auf, kommt um den Tisch herum und nimmt meinen Kopf in ihre Arme. „Ach, du hast ja echt keine Ahnung“, flüstert sie mir von oben herab ins Ohr. „Das ist ein modernes Ritual, um sich selbst gleich am Morgen zu begegnen. Innehalten. Eine Einkehr und alles Alte hinter sich lassen.“ Mein Gesicht kann dieses Mal nur zwischen ihren Brüsten staunen, weil sie mich immer noch an sich drückt. Ich bin sehr verwirrt. Eben habe ich noch in „Schöne alte Welt“ von Tom Hodgkinson voller Begeisterung gelesen, mit welcher Ausgelassenheit man in der Tradition vergangener Zeiten diese Tage begehen sollte: feiern, spielen, schwelgen, prassen, palavern und auf keinen Fall arbeiten. – Und nun das: Sich auf sich selbst zurückziehen, das heißt arbeiten, harte Arbeit. Raunächte, denke ich und spüre Atemnot. All diese Überlegungen dauern nun schon so lang, dass ich kaum noch Luft bekomme an Luises Busen. Schließlich lässt sie mich frei. Wir schauen uns in die Augen: sie begeistert und entschlossen, ich wahrscheinlich entgeistert. Meine moderne Frau ist ein altertümliches Rätsel.

Das ist eine reizvolle Mischung, die ich im Moment aber schwer vertragen kann. Ich greife mir meine dicke Jacke und klettere in den Pickup, um noch irgendetwas, egal was, in der Stadt einzukaufen. Über der Straße hängen Nebelfetzen. Im Autoradio läuft gerade eine Sendung über Aberglauben, Orakel und Rituale während der Zeit zwischen Weihnachten und dem sechsten Tag nach Neujahr. Der Moderator erzählt, dass früher in dieser Zeit das Aufhängen von frisch gewaschener Wäsche vermieden wurde. Um den bösen Geistern keine Möglichkeit zu geben, im neuen Jahr wieder zu erscheinen. Denn sie würden sich mit Vorliebe in den im Winde baumelnden feuchten Kleidungsstücken einnisten. Ja, und dann säßen sie uns sofort und für’s gesamte Jahr wieder im Genick. Soweit der streng befolgte Glaube in alten Jahren. Zuerst denke ich: „Was für’n Scheiß.“ Dann denke ich an Luises Gesicht. Und schließlich fällt mir die Waschmaschine ein. Ich hatte sie gefüllt, angeschaltet und Luise gebeten, die Wäsche später aufzuhängen. Der Mann im Radio nimmt das alles sehr ernst, auch seine Gespräche mit den Anrufern. Wenn doch was dran ist an dem Hokuspokus, bin ich schuld an allen Dilemmen des kommenden Jahres! Ja, ich denke wirklich „Dilemmen“, so heftig trifft diese Ahnung als Erschütterung meine ungläubige Seele. Bremsenquietschen, qualmende Reifen – ich drehe um und rase zurück. In meiner Phantasie steht Luise hilflos schluchzend, die Hände vor dem Gesicht, neben der Waschmaschine.

Als ich ins Haus stürze, steht Luise mit einem rauchenden Schälchen im Wohnzimmer. Sie lächelt mich an: „Wir räuchern die Geister hinaus und lassen die Wäsche im Haus.“ Mir ist mulmig. Wenn aus Luises Mund solche Sätze wie heute kommen, dann liegt etwas in der Luft, wie man so sagt. Dann werden Gewohnheiten in Frage gestellt, Träume befragt und Zeichen gedeutet. Und auch mir wird dann seltsam zumute. Vielleicht ist es der Rauch oder der Nebel draußen, in dem das Gewicht der Tage zu hängen scheint.

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Streetview in einem kleinen Dorf in der Uckermark

Wieder sind 15 Windräder im Nachbardorf aufgebaut. Manche behaupten, es geht allein nur darum die Steuergelder für diese Anlagen abzugreifen. Die Anwohner*innen werden enteignet, so wird mit jedem neuen Windpark der Wert ihre Grundstücke reduziert. Zum Trost und als Ausgleichsmaßnahme für die neue Lärmbelästigung der Rotorblätter, bekommt das Dorf eine neue Festwiese. Touristen bleiben aus und fahren lieber dort hin, wo der Horizont noch nicht mit diesen mittelalterlichen Windmühlen überzogen ist. Wie hört das auf, wie wird es weiter gehen? Wer macht das nächste große Geschäft mit einem Windeignungsgebiet?

Wer weiß wie lange es den Kranich noch gibt, der majestätisch über die Felder fliegt?

 

 

 

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Konsumkritische Aktionstage

Hallo zusammen,
wer würde Spaß daran haben einen Projektbeitrag einzubringen?

Es handelt sich um „Konsumkritische Aktionstage in Pasewalk“, die im Zeitraum vom 11. März bis zum 6. Mai im Museum sowie im städtischen Raum gestaltet werden sollen.

Im Rahmen des Projektes ist Folgendes geplant:

  • Ausstellung „Konsum“ im Museum, s. Anhang
  • Stadtrundgänge zum Thema „Konsumkritik“
  • Filmvorführung / Dokumentarfilm
  • Vorträge und Diskussionen zum Thema
  • Buchvorstellung/Lesung
  • Workshops
  • Tauschtisch
  • Zur Umsetzung aller Ideen möchten wir Sie gerne einladen, an der Gestaltung der Aktionstage mitzuwirken.

Wir sind aufgeschlossen gegenüber weiteren Vorschlägen sowie zur inhaltlichen Bereicherung, was Vortragenden, Filmen, Workshops und weitere Aktionen betrifft.

Zudem besteht Möglichkeit die von Ihnen vorgeschlagenen Ideen und Aktionen in einen Förderantrag aufzunehmen und z. B. bei Material-, Honorar- und Fahrtkosten eine Unterstützung zu erhalten. Kontaktieren Sie uns bitte – wegen der Antragsfristen – möglich bis 18. Januar 2018.

Kontakt: info@uckermark-social-network.org

Auszug Ausstellung
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von morgen – Alles Gute auf einer Karte – Ideenwerkstatt Bildungsagenten

 

For english click here Die Karte von morgen ist eine interaktive Onlineplattform für Initiativen des Wandels und für nachhaltige Unternehmen. Biohöfe, emissionsfreie Lieferanten, freie Bildungsinit…

Quelle: von morgen – Alles Gute auf einer Karte – Ideenwerkstatt Bildungsagenten

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